Gewährleistungslabel: Neue EU-Pflicht ab 2026 – Was Händler jetzt wissen müssen
Das kommende Gewährleistungslabel verändert die Informationspflichten im Onlinehandel grundlegend. Ab dem 27. September 2026 müssen Shopbetreiber europaweit bei jedem Produkt klar angeben, wie lange die gesetzliche Gewährleistung gilt – und ob darüber hinaus eine freiwillige Garantie besteht. Hintergrund ist die EU-Richtlinie 2024/825, die mehr Transparenz und Verbraucherschutz schaffen soll. Kunden sollen künftig auf einen Blick erkennen, wie lange sie Ansprüche bei Mängeln geltend machen können.
Für Händler bedeutet das: Es wird künftig nicht mehr reichen, diese Information in den AGB oder auf separaten Serviceseiten zu verstecken. Das Gewährleistungslabel muss direkt sichtbar im Produktbereich angezeigt werden – ähnlich wie Preisangaben oder Energieeffizienzlabel.
Ziel ist es, eine einheitliche Darstellung zu schaffen. Das Label zeigt zum Beispiel, dass die gesetzliche Gewährleistungsdauer zwei Jahre beträgt, oder ob sie bei gebrauchten Waren auf ein Jahr reduziert wurde. Wer zusätzlich eine freiwillige Garantie anbietet, muss dafür ein zweites Label bereitstellen – das sogenannte Garantie-Label. Dieses enthält Angaben wie Marke, Modellnummer und Laufzeit der Garantie.
Das klingt nach Mehraufwand, bringt aber auch Chancen: Händler, die Garantien oder Kulanzzeiten hervorheben, können sich positiv von Wettbewerbern abheben. Kunden entscheiden sich nachweislich eher für Shops, die ihre Rechte offen kommunizieren.
Wichtig ist, dass das Design der Labels von der EU noch final festgelegt wird. Geplant sind standardisierte Farben, Symbole und QR-Codes, die auf weiterführende Informationen verlinken. Händler sollten also schon jetzt ihre Systeme prüfen – insbesondere CMS- oder Shop-Software wie Gambio, Shopware oder WooCommerce. Automatisierte Datenfelder oder Module für Gewährleistungs- und Garantiedaten werden nötig sein, um rechtssicher zu bleiben.
Auch der organisatorische Aufwand darf nicht unterschätzt werden. Jeder Shopbetreiber muss wissen, welche Produkte Gewährleistung oder zusätzliche Garantie bieten. Dazu gehört eine genaue Bestandsaufnahme und ggf. die Abstimmung mit Lieferanten und Herstellern. Diese müssen ihre Garantiebedingungen transparent mitteilen, damit sie korrekt im Label erscheinen.
Neben der Integration ist auch die Darstellung entscheidend. Das Gewährleistungslabel darf nicht versteckt werden – es muss auf Desktop und Mobilgeräten gut sichtbar und verständlich sein. Händler, die Second-Hand- oder generalüberholte Waren verkaufen, müssen besonders aufmerksam sein: Die verkürzte Frist von einem Jahr ist zwar erlaubt, muss aber explizit im Label stehen.
Ein weiteres Thema ist das Abmahnrisiko. Wer die Pflicht verletzt oder falsche Angaben macht, riskiert wettbewerbsrechtliche Schritte und teure Abmahnungen. Daher empfiehlt es sich, schon 2025 einen Testlauf im eigenen Shop zu starten. So bleibt genug Zeit, Layout und Prozesse zu optimieren.
Rechtlich überschneiden sich die neuen Vorschriften teilweise mit bestehenden Informationspflichten. Eine Abstimmung mit der eigenen Rechtsberatung oder einem spezialisierten Dienstleister (z. B. Kanzleien für IT-Recht oder eCommerce-Recht) ist ratsam.
Händler, die ihre Vorbereitung ernst nehmen, können die neue Regelung aber auch als Chance begreifen: Sie schaffen Vertrauen, erhöhen die Transparenz und verbessern langfristig die Conversion-Rate. Kunden schätzen klare Informationen – insbesondere, wenn sie auf den ersten Blick erkennen, dass ein Shop zuverlässig und gesetzeskonform arbeitet.
Fazit: Das Gewährleistungslabel ist mehr als nur eine neue Pflicht – es wird zum Vertrauenssignal im Onlinehandel. Wer frühzeitig reagiert, stärkt seine Marke, vermeidet Risiken und präsentiert seinen Shop als seriösen, modernen Anbieter. Bereiten Sie sich deshalb schon jetzt auf die Umsetzung vor und prüfen Sie, welche Anpassungen an System, Design und Kommunikation nötig sind. So sind Sie am 27. September 2026 bestens gerüstet – rechtssicher, transparent und verbraucherfreundlich.
Kurz:
Ab dem 27. September 2026 wird das Gewährleistungslabel für Onlinehändler Pflicht. Diese neue EU-Regel sorgt für mehr Transparenz bei Gewährleistung und Garantie. Jeder Shopbetreiber muss künftig klar ausweisen, wie lange Kunden gesetzliche Ansprüche haben und ob zusätzliche Herstellergarantien bestehen. Fehlerhafte oder fehlende Angaben können teure Abmahnungen nach sich ziehen. Wer rechtzeitig vorbereitet ist, schützt sich nicht nur vor Bußgeldern, sondern stärkt auch das Verbrauchervertrauen. Jetzt ist der ideale Zeitpunkt, um Produktdaten, Layouts und Systeme anzupassen und Ihr Shop-Design zukunftssicher zu machen.
Wichtig:
das ist keine Rechtsberatung, nur meine Interpretation zur Information.